Posts mit dem Label Austauschschüler sien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Austauschschüler sien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 30. Juni 2014

Die 2 Letzten Wochen / The last two weeks

Das wird ein etwas längerer Post.
It's a bit longer, but there's also an english version.

Zuallererst es tut mir sehr leid, dass ich so langen nichts geschrieben habe, aber ich bin plötzlich immer total beschäftigt und müde gewesen, weil auf einmal so viel passiert ist. Ich werde versuchen, wenn ich in die Schweiz zurückkehre den Blog wieder aufzunehmen und von meinen letzten Monaten zu berichten. Da gibt es doch einiges zu sagen.

Bei mir ist jetzt langsam das Ende von neuen, einjährigen Leben angekommen. Ich hatte ein Jahr Zeit um eine neue Familie, neue Freunde und ein neues Leben mit neuen Gewohnheitstrotten aufzubauen. Und ich denke,  dass das mir auch ganz gut gelungen ist, andernfalls würde der Abschied hier nicht so schwer fallen.  Am schwersten wird es sein, mich von meinen Freundinnen zu verabschieden, da ich keine Ahnung habe, ob ich sie je wieder sehen werde. Ich werde jedoch alles daran setzen, dass es mir möglich ist.

Trotz so grossen Kulturunterschieden und einem ziemlich grossen Verständigungsproblem, besonders am Anfang habe ich es  geschafft Freundinnen fürs Leben zu finden.  Sie haben mich in diesem Jahr so tatkräftigt unterstützt, ob es jetzt darum ging mir pantomimisch darzustellen, was gerade gesagt wurde, weil ich es auf Japanisch mal wieder nicht verstanden habe, mir bei meinen Liebesproblemen zu zuhören oder mir zu sagen wie schlimm meine Frisur heute doch aussieht und in der 10 Minuten Pause das schnell beheben zu probieren. Ich verdanke ihnen hier so viel, ohne sie hätte ich nie so viel über Japanische Kultur und das Alltagsleben hier gelernt. Ich hätte so viel verpasst, einfach weil ich nicht gewusst hätte, dass es solche Dinge überhaupt gibt.  Ich weiss, dass es nicht leicht mit mir war, da mein Japanisch sehr zu wünschen übrig lässt und ich anfangs einfach viel zu schüchtern war um mich mit ihnen anzufreunden. 

Ich war nie gut mit Worten, wenn es darum ging meine eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen und denke nicht, dass ich in Worten meiner Dankbarkeit, die ich empfinde gerecht werden kann.
Ohne meinen Freunden wäre mein Jahr nicht einmal halb so toll geworden.  Ich danke ihnen allen von Herzen, dafür, dass ich sie kennen lernen durfte und dafür, dass sie meine Freunde wurden.

DANKE!

Das Ende meines Jahres ist angelangt und ich habe wieder den Text, darüber was es heisst ein Austauschschüler zu sein hervorgekramt.
Der letzte Teil hat es mir besonders angetan.

„Ja, ein Austauschschüler zu sein ist nicht einfach.

Aber jeder Moment,
in dem du dir am liebsten die Seele aus dem Leib geschrieen hättest,
jede Träne,
die du vergossen hast
und jeder Tag,
an dem du alles hinschmeißen und die Zeit zurückdrehen wolltest,
waren es wert.

Niemand hat jemals behauptet es wäre einfach.
Niemand hat jemals behauptet es gäbe nur schöne Zeiten.

Ein Austauschschüler zu sein bedeutet, Neues kennen zu lernen.

Eine neue Sprache kennen zu lernen.
Eine neue Kultur kennen zu lernen.
Neue Sitten kennen zu lernen.
Fremde Menschen kennen zu lernen.

Doch als Austauschschüler lernt man noch so viel mehr.

Man lernt andere Wege der Kommunikation.
Man lernt sich in zwei Sprachen zu verständigen, zu denken und sogar zu träumen.
Man lernt eine andere Denkweise zu verstehen.
Man lernt, was es heißt Verantwortung zu übernehmen.
Man lernt, dass man für seine Träume kämpfen muss.
Man lernt dankbar zu sein, für das, was man hat.

Doch das wichtigste, das du lernst ist, wer du wirklich bist.

Das Schweigen, was für dich schon immer selbstverständlich war..
Die Frage, ob du immer Kaugummi kaust wenn du genervt bist,
ist gar nicht mal so abwegig.

Und deiner Angewohnheit,
Jedem freundlich gegenüber zu treten und deine Abneigung niemals offen zu zeigen,
hast du schon lange keine Beachtung mehr geschenkt.

Doch in einem völlig neuem Umfeld kommen solche Fragen nun einmal auf,
und mit einem Mal machst du dir Gedanken über deinen Charakter oder deine Eigenschaften, die bis jetzt immer selbstverständlich für dich waren.

Als Austauschschüler erlebt man Höhen und Tiefen,
viele schöne, aber auch viele schwere Zeiten.

Aber das ist es wert.“

Ich habe in diesem Jahr so viel erlebt, wie in sonst keinem Jahr in der Schweiz. Ich hatte nicht nur Höhen und Tiefen, ich hatte eine ganze Achterbahnfahrt. Tage an denen ich mich einfach an der Schulter meines Zwillings ausheulen wollte, weil ich mich wie eine Last in meiner Gastfamilie fühlte und einfach nur meine eigene wieder haben wollte. Und dann gab es die Tage an denen ich mich für den glücklichsten Menschen auf Erden hielt und das durch die kleinsten Dinge, ein freundliches Lächeln des Busfahrers oder die Einladung etwas typisch Japanisches machen zu gehen.
Und trotz den schlechten Dingen, oder den so lala Dingen, ich würde nicht einen Schritt anders machen. Denn jede Erfahrung und Erinnerung die ich hier gemacht habe, haben zu meinem Jahr beigetragen und gehören einfach dazu. Ich würde keine meiner schlechten Erinnerung gegen eine gute eintauschen wollen, denn die sind die wichtigsten, welche mich zu der Person geformt haben, die ich jetzt bin.
Ich habe mich verändert in diesem Jahr, dessen bin ich mir sicher, auch wenn ich noch nicht genau weiss in welche Richtung.
Dieses Jahr ist das beste, dass mir je passiert ist. Und wenn ich könnte würde ich es gleich noch einmal machen.

Es gibt nur eine Sache die ich hasse. Ich sehe jetzt schon wie schwer es meinen Freunden hier fällt, dass ich weg muss und wir uns nicht mehr jeden Tag sehen können.  Es tut mir weh zu sehen, wie sehr sie darunter leiden und ich wünschte, ich könnte das ändern. Doch leider gehört auch das zu einem Austauschjahr.
Mein Abschied hier in Japan wird mir schwerer fallen, als der in der Schweiz. Denn ich muss das Leben verlassen, dass ich mir selbst ausgewählt und aufgebaut habe. Ein Leben in das ich nicht einfach rein geboren wurde, sondern wirklich jeden Schritt bewusst gemacht habe, mit der Gewissheit, dass ich nie mehr in dieses Leben zurückkehren kann. Denn selbst wenn ich wieder nach Japan gehen werde, werden sich meine Freunde und das Land wieder verändert haben. Und mein Leben wird nur noch eine Erinnerung sein,  vielleicht sogar so schwach, dass es ein Traum hätte sein können.
Aber das war es wert.
----------------------------------------------------------------------------------
First of all I’m really sorry for not writing in so long, but I was kind of busy the whole time and when I was at home I was too tired to write something. I will try to write about my last months as soon as I’m back in Switzerland. I’ve got a lot to tell about that time.

Now the end of my one year stay in Japan arrived. I had one year to build a new life with a new family, new friends and new habits. And I think I managed quite well, otherwise it would be a lot easier to leave. The hardest part will be saying farewell to my friends here, not knowing if I will ever see them again.  I’m going to give my best though to make it possible.

Even with many cultural differences and a big language barrier, especially at the beginning, did I manage to find friends for life. They helped me so much during this year, if it was to show me with pantomimic gesture what was said, as I didn’t understand it in Japanese, listening to my love problems or to tell me how bad my hair looks and to try to fix it with their own hair pins. So many things they showed me and teached me I would never have gotten to knoe otherwise, just because I didn’t know something like that existed. I know it wasn’t easy for them to become friends with me. My Japanese was really poor and I was very shy at the beginning.
I’ve never been good with words, when it was about my own feelings. But I try to let my gratitude show.
Without my friends my year would have not even be half as good as now. I thank you from the bottom, of my heart, for being allowed to meet you and become your friend.

THANK YOU!

The end of my year is here and I once again took out the text about being an exchange student.
The end of it I liked the best.

“Yes, being an exchange student isn't easy.

But every moment,
in which you wanted to cry out your soul,
every tear you shed
and every day
on which you wanted to chuck it up and turn back time,
were worth it.

No one ever said it would be easy.
No one ever said there were only happy moments.

Being an exchange student means getting to know new things.

Learning a new language.
Learning a new culture.
Learning new manners,
Getting to know strange people.

But as an exchange student, you learn so much more.

You learn other ways to communicate.
You learn to be able to communicate with two languages, to think an to dream.
You learn to understand another mindset.
You learn what it means to have responsibility.
You learn to fight for your dreams.
You learn to be grateful for what you have.

But the most important one is: You find out who you really are.

The silence which you always took for granted
The question if you chew chewing gums if you're irritated,
aren't that strange anymore.

And your habit,
Always being friendly and never showing your dislike openly -
you hadn't thought about it for a long time.

But in a totally new environment, such question pop up,
and suddenly you think about your characteristics or your qualities,
which you'd been taking for granted.

As an exchange student you have your ups and downs
many beautiful, but also many hard times.

But it's worth it.”

I’ve experienced so many things in this year like in no other year in Switzerland.  I did not only have ups and downs, I had a whole rollercoaster of emotions. There were day when I just wanted to cry on my twins shoulder because I felt like a burden to my host family and the there were those days when I felt like the happiest person in the whole world and often only because of really small reasons, a Japanese helping me to find my way or my friends asking me to go out with them.

And even though there were a quite a few bad things and some so-so things, I would not do one thing different. Then every experience and memory I made here contributed to my year and belong to it. UI would not one of my bad memories change against a good one, then those are the most important ones who make me the person I became.
I’ve changed in this year, I can’t say yet in which direction, but a change happened for sure.
This year was the best thing I’ve ever done and so many people helped me to realize it. Thank you all so much.
If I could I would repeat the whole experience over and over again.

There is just one thing I don’t like, having to leave my friends. I already now see how bad they feel about me leaving. I wish I could change that. But this farewell belongs to the exchange too.
The Farewell here in japan will be a lot harder than the one in Switzerland. I have to leave the life which I choose myself and wasn’t just born in. Every step made was my own decision, with the knowledge, never being able to return there. Then even if I coe back to Japan, my friends and the country will have changed and my life here will be only a memory, maybe already so faded, that it seems as if it only were a dream.


But it was worth it.

Montag, 10. Juni 2013

Was es heisst ein Austauschschüler zu sein

Ich bin vor einiger Zeit auf Facebook auf diesen Text gestossen und finde er beschreibt sehr passend, wie man sich als Austauschschüler fühlt.
Ich weiss leider nicht wer ihn geschrieben hat.

Diesen Text habe ich auch benutzt um meine beste Freundin zu überzeugen um auch weg zugehen. :)

Ein Austauschschüler zu sein ist nicht einfach.
Neben den Menschen, die dir immer zur Seite stehen,
dich unterstützen und dir Mut zusprechen,
gibt es auch immer die Zweifler und Neider, die dir dein Glück nicht gönnen.
Plötzlich reden Menschen, von denen du geglaubt hast, sie seien deine Freunde,
hinter deinem Rücken.

Das schaffst du ja doch nicht.
Nach ein paar Monaten bist du eh wieder zu Hause.
Was bildest du dir eigentlich ein?

Und trotzdem lächelst du weiterhin als ob nichts wär’.
Hörst dir die geheuchelten Abschiedsgrüße an.

„Ich schaffe das schon.“
Irgendwie.
Bestimmt.

Es gibt Tage, an denen du dir selbst nicht glaubst.
Am liebsten würdest du die Zeit zurückdrehen.
Was hat dich bloß zu diesem Irrsinn geritten?
Vielleicht wolltest du einfach beweisen, dass du stark genug bist.
All den Zweiflern um dich herum.

„Du musst uns nichts beweisen.“,
sagen die Menschen, die dich lieben.
„Ich weiß“
Und mit der Zeit verstehst du, dass du diesen Menschen nichts beweisen musst.
Doch jetzt willst du es dir selbst beweisen.

Am Flughafen überlegst du dir dann für einen Moment ernsthaft,
deine Koffer zu nehmen und zurück nach Hause zu fahren.
Einfach so, als ob nie etwas gewesen wäre.
Doch wofür hast du dir dann den ganzen Stress angetan?

In deinem neuen Zuhause angekommen, ist es dann auch nicht immer so wie erhofft.
Und mit der Zeit wird dir bewusst, dass es die kleinen,
und bisher selbstverständlichen Dinge sind,
die plötzlich viel wichtiger erscheinen.

Die Kochkünste deiner Mutter.
Das typische „Morgen“ deiner Freundin auf dem Schulweg.
Dein Lieblings-Radiosender in Auto.
Das Lachen mit Freunden über Dinge, die nicht lustig sind.
Dein Vater, der einfach alles kann.
Die Bushaltestelle um die Ecke.
Die sarkastischen Kommentare deiner Schwester.
Deine Lieblingsschokolade.
Die Fußgängerzone in deiner Stadt.
Das ernst gemeinte „Das wird schon!“ deiner Freunde.
Die Abende mit deiner Mutter vor dem Fernseher,
obwohl keiner von euch gerne fernsieht.
Der echte Baum für Weihnachten.
Die nächtelangen Gespräche mit deiner Schwester.
Die Spielabende im Garten mitten in der Nacht.
Die Besuche bei deiner Tante.
Deinen Hund, den du einfach mal knuddeln kannst.
Der weltbeste Kuchen deiner Oma.
Und noch so viel mehr.

Dann kommen Tage, an denen du einfach nur nach Hause willst, weil alles so anders ist.
Dazu kommen auch noch Albträume, die dich nachts nicht schlafen lassen.

Andere mögen sich fragen, warum du dir das alles antust.
Warum du nicht einfach alles hinschmeißt und nach Hause fliegst.

Warum?
Weil das Ganze es wert ist.

Trotz all den schweren Zeiten würdest du deine Entscheidung niemals rückgängig machen.
Selbst nach dem 100. Mal würdest du dich noch immer genauso entscheiden
wie beim ersten Mal.
Auch wenn auf den ersten Blick nicht alles so toll ist wie in deinen Vorstellungen,
am Ende ist es sogar noch schöner als du es dir erträumt hast.

Tausende Kilometer von deinem Zuhause gibt es einen Ort, an dem du willkommen bist.
Den du dein Zuhause nennen kannst.
Menschen, die eigentlich Fremde sind, nehmen dich als ihre Tochter auf,
einfach so.
Plötzlich hast du zwei Mütter und zwei Väter, die dich lieben.
Die dich abends fragen, wie dein Tag war.
Die stolz auf deine Konzerte kommen.
Zwei Mütter, die dir immer wieder sagen, wie gut ihnen deine neue Frisur gefällt.
Die dich einfach verstehen, weil sie das selbe durchgemacht haben.
Zwei Väter, die bei dem Gebrauch eines fremden Jungennamens misstrauisch werden.
Die dich auch nachts oder am frühen Morgen von einer Party abholen kommen.

Und dann hast du auch noch eine Schwester, die du lieben lernst wie eine richtige Schwester.
Mit der du durch dick und dünn gehst.
Die zu einer guten Freundin wird, die immer für dich da ist.
Zu der du in der Pause laufen kannst,
um dir ihren Taschenrechner für deinen Mathetest auszuleihen.
Mit der du ohne Grund im Abstellraum auf dem Boden schläfst.
Die dich morgens im Schulbus fragt, was im nächsten Kapitel passiert, in dem Buch,
das ihr für Englisch lesen sollt.
Die dir eine lachende Sonne in deinen Schülerkalender malt für den Tag,
an dem du eine Arbeit in Geschichte schreibst.
Die du auch ohne viele Worte verstehst.

Und wieder sind es die kleinen Dinge,
die dir klar machen, dass du dich richtig entschieden hast.

Der lachende Busfahrer, der dich fragt, ob du von Bären verfolgt wurdest,
wenn du mal wieder zu spät zum Schulbus rennst.
Die an eine Videothek erinnernde DVD-Sammlung deines Dads.
Die Begeisterung der ganzen Schule bei dem Basketballspiel der Schulmannschaft.
Das Eis, das selbst in Italien nicht besser schmecken könnte.
Die Tatsache, dass es niemanden stört wenn du die Geschichtsstunde mit dem Kopf auf dem Tisch liegend, schlafend verbringst.
Die 23 jährige Chorlehrerin, die dir im Unterricht erzählt,
dass sie sich ihre halbe Augenbraue aus Versehen abrasiert hat.
Die Sonntage an denen du nach der Kirche shoppen gehen kannst.
Der Deutschlehrer, mit dem du auf Deutsch über die ganzen Amerikaner lästern kannst.
Die Aufregung vor dem Homecoming Game des Footballteams an deiner Schule
und der panischen Kleiderfrage für den Homecoming Dance danach.
Die Tatsache, dass Leute, die du nur vom Sehen kennst, dich einfach nach Hause bringen, obwohl es 30 Minuten Fahrt bis zu deinem Haus sind
und sie in der entgegen gesetzten Richtung wohnen.
Die Tage, an denen alle Lehrer und Schüler in den Schulfarben zur Schule kommen.
Die iMac Computer in der Bibliothek.
Die Fahrt auf dem ATV, auch wenn es kalt ist.
Die Menschen, die alle ihr Deutsch an dir testen wollen.
Die Mottotage in der Schule, and denen alle mitmachen und sich auch die
peinlichsten Klamotten anziehen.

Die Liste ist endlos.

Schon vor dem eigentlichen Austauschjahr gab es besonders schöne Momente,
die du dein Leben lang nicht vergisst.

Die ernst gemeinten Tränen bei deinem Abschied.
Die ganzen Geschenke,
die sich deine Freunde mit so viel Mühe ausgedacht haben.

Einfach der Gedanke,
dass deine Freunde und deine Familie dich wirklich unglaublich lieben.

Vielleicht die Vorbereitungstagung die du hattest.
Bei der du so viele nette Leute kennen gelernt hast, die dich verstehen,
weil sie in dem Moment das selbe durchgemacht wie du selbst.
Mit denen du Unvergessliches erlebt hast.
Mit denen du offen über deine Ängste sprechen konntest, ohne Angst davor zu haben, dass sie dich auslachen würden.
Von denen Einige zu wichtigen Freunden geworden sind.

Ja, ein Austauschschüler zu sein ist nicht einfach.

Aber jeder Moment,
in dem du dir am liebsten die Seele aus dem Leib geschrieen hättest,
jede Träne,
die du vergossen hast
und jeder Tag,
an dem du alles hinschmeißen und die Zeit zurückdrehen wolltest,
waren es wert.

Niemand hat jemals behauptet es wäre einfach.
Niemand hat jemals behauptet es gäbe nur schöne Zeiten.

Ein Austauschschüler zu sein bedeutet, Neues kennen zu lernen.

Eine neue Sprache kennen zu lernen.
Eine neue Kultur kennen zu lernen.
Neue Sitten kennen zu lernen.
Fremde Menschen kennen zu lernen.

Doch als Austauschschüler lernt man noch so viel mehr.

Man lernt andere Wege der Kommunikation.
Man lernt sich in zwei Sprachen zu verständigen, zu denken und sogar zu träumen.
Man lernt eine andere Denkweise zu verstehen.
Man lernt, was es heißt Verantwortung zu übernehmen.
Man lernt, dass man für seine Träume kämpfen muss.
Man lernt dankbar zu sein, für das, was man hat.

Doch das wichtigste, das du lernst ist, wer du wirklich bist.

Plötzlich wirst du gefragt, ob du am Wochenende lieber ausschlafen willst,
oder etwas unternehmen willst.
Man fragt dich ob du lieber Zeit mit der Familie vor dem Fernseher verbringst,
oder lieber für dich allein ein Buch liest.
Das Schweigen, was für dich schon immer selbstverständlich war..
Die Frage, ob du immer Kaugummi kaust wenn du genervt bist,
ist gar nicht mal so abwegig.

Und deiner Angewohnheit,
Jedem freundlich gegenüber zu treten und deine Abneigung niemals offen zu zeigen,
hast du schon lange keine Beachtung mehr geschenkt.

Doch in einem völlig neuem Umfeld kommen solche Fragen nun einmal auf,
und mit einem Mal machst du dir Gedanken über deinen Charakter oder deine Eigenschaften, die bis jetzt immer selbstverständlich für dich waren.

Als Austauschschüler erlebt man Höhen und Tiefen,
viele schöne, aber auch viele schwere Zeiten.

Aber das ist es wert.